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Gemeindebrief Frühjahr 2022

Liebe Leserin! Lieber Leser!

„Alles hat seine Zeit“ wusste schon der Prediger Salomo. 1989 wurde ich in das Pfarramt Gartow eingeführt, und am 24. April wird mir im Gottesdienst auf dem Kirchplatz Gartow eine Urkunde überreicht über meine Versetzung in den Ruhestand. Zu Ostern werde ich in allen sieben Kirchen Gottesdienste halten.

Von Herzen danke ich allen, die sich ehrenamtlich und mit Spenden in das Gemeindeleben eingebracht haben. Gemeinsam haben wir viel auf den Weg gebracht. Alles ändert sich im Fluss des Lebens. Vom Ende der DDR bis zur Bildung einer Gesamtkirchengemeinde. Vom blühenden Leben mit Kindermusicals und viel Kirchenmusik bis zu den Herausforderungen durch die Pandemie. Die Änderungen gehen weiter, und ich danke unserem Propst und meinen Kollegen und Kolleginnen für die Übernahme der Vakanz. Ich freue mich, dass die Pfarrstelle in Gartow (mit Änderungen Richtung Trebel und Gorleben) zur Besetzung ausgeschrieben wird. Für diese schwierige Zeit wünsche ich den Kirchenvorständen viel Kraft und Zuversicht.

In vielen Familien durfte ich Familienpastor sein, von der Beerdigung der Uroma bis zur Taufe des eigenen Enkelkindes. Jemand sagte, er habe mich als Schützenpastor kennengelernt, als Seelsorger der Feuerwehr und an Lebensstufen in seiner Familie. Andere haben mich kennengelernt bei Gottesdiensten durch das Kirchenjahr. Dankbar blicke ich auf viele Begegnungen zurück. Vieles bleibt offen. Alle, die ich verletzt habe, bitte ich um Verzeihung.

Was dieser Abschied für mich persönlich bedeutet, kann ich noch gar nicht absehen. Wir werden in Gartow wohnen, daher werde ich Teil der Gemeinde bleiben, als einer von euch. Wir werden uns begegnen, aber in einer anderen Rolle. Momentan kann ich mir gar nicht vorstellen, was das wirklich bedeutet, denn ich identifiziere mich mit meinem Beruf und bleibe ordiniert. Um das zu verstehen, braucht es Zeit. Ein Jahr lang werde ich keinen pfarramtlichen Dienst ausüben. So träume ich davon, frei von Pflichten reisen zu können, ohne zu einer festgesetzten Zeit zurückkehren zu müssen. Ich träume von einem Leben mit viel weniger Bürokratie, um in Muße theologische Studien zu betreiben, zu musizieren oder lesen und selbst schreiben zu können. Zeit zu haben für persönliche Begegnungen ohne den nächsten Termin im Nacken.

Viele von Ihnen haben diese Lebensstufe bereits erreicht. Für mich ist es spannend, denn was macht man in diesem Alter zum ersten Mal? Für mich heißt es Abschied zu nehmen von dem Amt und Abschied zu geben manchen Verpflichtungen. Ich freue mich auf viele Begegnungen in dieser Phase des Abschiedes und darüber hinaus.

Bleibt behütet!
Ihr / Euer
Eckhard Kruse, Pastor i.R.

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