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Forum-Archiv: Die Räume nun mit Leben füllen

Landessuperintendent Jantzen weiht in Gartow Evangelisches Forum St. Georg ein:

ab Gartow. Denn ein anderes Fundament als das, das gelegt ist, kann niemand legen: das ist Jesus Christus. »Diese Bibelworte aus dem ersten Korintherbrief passen trefflich zur Einweihung», meinte Landessuperintendent Hans-Hermann Jantzen in Gartow.

Eingeweiht wurde dort nach nicht einmal siebenmonatiger Bauzeit das Evangelische Forum St. Georg. Es sei etwas Neues entstanden, das die Menschen ansprechen werde, ist Jantzen überzeugt: »Es wird sie ermutigen, auch ihr Lebenshaus auf diesem Fundament zu bauen.»

Doch ein neues Gemeindezentrum könne man nicht einfach aus dem Nichts entstehen lassen, da müssten schon einige Voraussetzungen zusammenkommen, was in Gartow geschehen sei. »Darum konnte so etwas Gutes daraus werden.» Idee und Wille seien vorhanden gewesen. Zudem hätten die Landeskirche und andere Institutionen das erforderliche Geld gegeben. Fachliche Kompetenz habe die Pläne umgesetzt, »und nicht zuletzt waren so viele helfende Hände da», ist der Landessuperintendent beeindruckt.

Den Umbau und Neubau von Räumen beziehungsweise Gebäuden bezeichnete Hans-Hermann Jantzen als »eine überaus gelungene Sache». Damit freilich sei es nicht getan. Denn der »Bau» gehe weiter. Nun müsse das Forum mit Leben gefüllt werden. Nur bestaunen und besichtigen; das könne es nicht sein. Tote Steine würden erst lebendig, wenn sie von Menschen angenommen werden. »Wenn sie hineingehen und die Räume zu ihren Räumen machen. Wenn sie Leben in die Bude bringen.»

Der Name Evangelisches Fo-rum St. Georg sei verheißungsvoll, sagte Jantzen. Das Forum lade ein - auch über einen engeren kirchlichen Rahmen hinaus. Ein Forum sei eine niedrigere Schwelle als Kirche. Gewissermaßen Zuflucht und Dach, »und man muss nicht beten». Das Gesamtensemble Evangelisches Forum St. Georg besteht aus der Barockkirche, dem res-taurierten Glockenturm, der neu gestalteten Pfarrscheune, dem neuen Gemeindehaus für gut 80 Personen, dem neu konzipierten Kirchplatz und dem Pfarrgarten mit der großen Streuobstwiese. Insgesamt gut 600000 Euro hat das Projekt gekostet. Ein erheblicher Teil des Geldes kommt vom Lüneburger Amt für Agrar-struktur (AfA).

In vorbildlicher Zusammenarbeit aller Beteiligten sei es gelungen, wertvolle Bausubstanz vor dem Verfall zu retten und einer neuen Nutzung zuzuführen, freute sich am Sonntag Amtsleiter Hartmut Trichterborn. Man werde dem Programm »Entwicklung typischer Landschaften und ländlicher Räume» gerecht. Und wenn man von ländlichen Räumen spreche, müsse das auch die dort lebenden Menschen beinhalten. »Doch wie sollen sie zusammenkommen, wenn sie kein Dach über dem Kopf haben?» Auch daran sei beim AfA gedacht worden, als es die Förderung befürwortet habe.

Räume; genau die brauche der christliche Glaube, betonte Gartows Pastor Eckhard Kruse. »Räume der Besinnung, Räume für Gruppen, aber auch Gelegenheiten für Einzelgespräche.» Das Gebäude aber stehe natürlich nicht für sich selbst, es seien Inhalte damit verbunden. »Wir sind gespannt auf das, was kommen wird. Wir sind gespannt auf Begegnungen - auf Begegnungen mit Menschen, die mit der Kirche vielleicht nicht mehr so sehr viel am Hut haben.» Altes abbauen, damit Neues entstehen könne, das habe für die Bau- arbeiten rund um das Forum gegolten und gelte nun in gewissem Sinn für die Begegnungen mit Menschen.

Aus einem zarten Pflänzchen sei ein kräftiger Baum entstanden, bemühte Gartows Kirchenvorstands-Vorsitzender Rudolf Goldnau die Bildersprache. »Möge dieser Baum nun kräftige Wurzeln schlagen», wünscht er dem Forum. Der Vorsitzende ging auch darauf ein, warum man sich für das Forum, speziell für ein neues Gemeindehaus, entschieden habe: Viele kirchliche Aktivitäten in Gartow hatten in der Vergangenheit unter Raummangel gelitten. Raummangel gab es allerdings auch am Sonntag: Zum Festgottesdienst waren über 200 Besucher gekommen, und nach der feierlichen Einweihung des Forums durch Landessuperintendent Jantzen und der anschließenden Schlüsselübergabe ließ sich ein Großteil Kaffee und Kuchen schmecken. Die Gäste passten natürlich nicht alle ins neue Gemeindehaus und so wurden auch die Seitenschiffe der St.-Georg-Kirche zu Kaffee-Stuben.

Bild: Evangelisches Forum St. Georg: Das neue Gemeindezentrum wurde am Sonntag seiner Bestimmung übergeben. Über 200 Besucher ließen sich Festgottesdienst, Einweihungszeremonie und Kaffeetafel nicht entgehen. 3 Aufn.: A. Blütling

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