Kirchspiel Logo Kirchspiel Logo - Startseite
linie
Forum

Forum-Archiv: Anfangs nur Erweiterung geplant

ab Gartow. »In den 70er-Jahren hätte man unser Pfarrhaus und die Nebengebäude wohl einfach abgerissen und neu gebaut», ist Gartows Pastor Eck-hard Kruse überzeugt. Die 70er-Jahre jedoch sind Vergangenheit, und so hat auch in der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers längst ein Umdenken eingesetzt: Alte Gebäude werden nicht mehr einfach abgerissen, wenn sie marode geworden sind, sondern möglichst erhalten.

Das Ganze hat freilich auch finanzielle Hintergründe; alte Bausubstanz bewahren ist oft sicher billiger als neu bauen.

So wird nun in Gartow kräftig gewerkelt: Zurzeit wird der Glo-ckenturm restauriert, danach soll das Pfarrhaus innen zum Teil umgebaut werden. Aber auch Neues entsteht auf dem Kirchplatz des Fleckens - ein Gemeindesaal etwa und ein Foyer. Im Anschluss an die Baumaßnahmen würden sowohl die historische Streuobstwiese als auch der Kirchplatz neu gestaltet, erzählt Eckhard Kruse: »Die Gesamtkosten betragen nach jetzigen Erkenntnissen rund 600000 Euro.» Mit 223000 Euro ist Hannovers Landeskirche da-bei, mit 205000 Euro der Kirchenkreis Dannenberg. Vom Amt für Agrarstruktur kommen Zuschüsse, und auch die Kirchengemeinde Gartow beteiligt sich. »Die Finanzierung ist gesichert», freut sich Kruse. Wenn alles wie geplant über die sprichwörtliche Bühne geht, werde das Projekt im Spätherbst vollendet sein.

Mit ersten Überlegungen in Richtung Umbau, Neubau und Restaurierung hatte sich Gar-tows Kirchenvorstand bereits 2000 beschäftigt. Pastor Kruse: »Anfangs war lediglich eine Erweiterung des Pfarrhauses um einen großen Raum geplant, das aber scheiterte an Vorbehalten der Denkmalpflege.» Die derzeit als Gemeinderaum genutzte Räumlichkeit im Pfarrhaus fasst höchstens 35 Personen.

Die Gemeindearbeit in der St.-Georg-Kirchengemeinde hat sich in den vergangenen Jahren stark weiterentwickelt. »Da die Räume im Pfarrhaus weder die ausreichende Größe haben, noch behindertengerecht umgestaltet werden können, sind eine Renovierung und neue Nutzung der Nebengebäude in Verbindung mit einer Erweiterung der Garagen zu einem Gemeindesaal so-wie die Neugestaltung eines Foyers erforderlich», erläutert Kruse. Das Pfarrhaus als Lebensraum erhalten, das Gemeindeleben verbessern. Das liegt dem Pastor und dem Kirchenvorstand am Herzen.

In Gartow gibt es ein reges Gemeindeleben, an dem sich vor allem junge Familien intensiv beteiligen. »Das neue Gemeindehaus soll ein Ort der Begegnung auch für ältere Mitbürger und behinderte Menschen werden und die generationenübergreifende Kommunikation fördern», macht Eckhard Kruse deutlich. Man wolle natürlich nicht nur den evangelischen Teil der Bevölkerung ansprechen.

Insgesamt soll die Begegnung zwischen Menschen gefördert werden. Das neue, etwa 70 Personen fassende Gemeindehaus könne vormittags als »offener Seniorentreff» dienen, es werde für den Sommermarkt und den Weihnachtsmarkt als »Markt-Café» zur Verfügung stehen und die Eigeninitiative der »Jungen Alten» fördern, sagt Kruse und spricht von einem Konzept: Förderung der Ehrenamtlichkeit, in Kooperation mit vorhandenen Diensten Raum für kulturelle Begegnung und kulturelle Entfaltung schaffen.

Für Eckhard Kruse ist Einsamkeit die größte »Krankheit» unserer Zeit. Das betreffe insbesondere ältere Menschen. Nicht wenige von ihnen könnten sich nur noch mit einem Rollator oder Rollstuhl fortbewegen und seien deswegen weitestgehend aus dem öffentlichen Leben ausgegrenzt. Genau das aber soll es künftig in Gartow nicht mehr geben - jedenfalls nicht, wenn es um kirchliche Gemeindearbeit geht. Auch gehbehinderte Menschen sollen sich in dem neuen Gemeindehaus selbstständig bewegen können. Durch die Baumaßnahmen würden in dem stark wachsenden Bereich der behindertengerechten Arbeit bisher unüberwindbare räumliche Probleme gelöst.

Die künftige Nutzung des his-torischen Gesamtensembles soll nicht nur den kirchlichen Belangen, sondern dem gesamten Gemeinwesen besser gerecht werden, als es es bisher möglich war. Ein weiterer Schwerpunkt berücksichtigt die Kinder- und Jugendarbeit. Gedacht wird unter anderem an ein Kinder-Kino.

zurück