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Kirche & Umwelt

Schöpfung bewahren - nicht nur Worte machen

Pfarrgarten vor der St. Georg Kirche

Wir pflegen eine Kultur der Achtsamkeit, die geprägt ist vom ehrfürchtigen Dialog mit Gott und seiner Welt. So ersteht eine Symphonie zwischen Mensch, Ökonomie und Schöpfung.

Gott hat seiner Schöpfung die Zusage gegeben: „Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter Tag und Nacht!“ (1. Mose 8, 22)

In unserem Kirchspiel ist es nachts noch dunkel und die Sterne scheinen. Hier ist die langsame aber stetige Dynamik zwischen Blüte und Ernte sichtbar. Aber die heile Welt gibt es auch bei uns nicht mehr. Daher sehen wir uns in der Verantwortung, die uns anvertraute Schöpfung zu bewahren.

Seit vielen Jahren haben wir dies als Aufgabe erkannt und angenommen. Da der bürokratische Aufwand und die Kosten für das erforderliche externe Audit nicht mehr aufzubringen waren, haben wir die offizielle Zertifizierung der EU nach EMAS aufgegeben. Doch wir handeln weiter nach diesen Kriterien und unser Team für den „Grünen Hahn“ kümmert sich um die damit verbundenen Aufgaben.

Wir leben in einer strukturschwachen Region. Das Gebiet unserer Gesamtkirchengemeinde umfasst 133,62 km². Wir haben also eine Einwohnerdichte von 23 Einwohnern pro Quadratkilometern. Niedersachsen ist ein Flächenland, aber im Durchschnitt leben hier 167 Einwohner auf jedem Quadratkilometer. Um einen praktischen Vergleich zu nennen: Die Stadt Lüneburg ist von der Fläche her gesehen halb so groß wie das Gebiet unserer Gesamtkirchengemeinde. Dort leben 1.059 Einwohner auf jedem Quadratkilometer.

Das ehemalige Grenzland wurde zum „Grünen Band“ erklärt und weite Teile des Kirchspiels liegen im Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue. Die viele Natur ist besonders schön, aber auch eine große Herausforderung. Wir haben nicht nur die Ländereien rund um die sieben schönen Kirchen, sondern auch Wiesen, Felder, Wälder und Ödland.
Da sich die Finanzen normalerweise an der Zahl der Einwohner bemessen stehen wir vor erheblichen Herausforderungen, denen wir uns zu stellen haben. Zwei Beispiele sollen an dieser Stelle erläutert werden: der Gartower Pfarrgarten und unsere sieben kirchlichen Friedhöfe.

Der Gartower Pfarrgarten

Der Pfarrgarten wurde ausgezeichnet als “Schönste Streuobstwiese im Wendland” in der Rubrik der Alt - Anlagen. Er erhielt das Gütesiegel für biologischen Anbau. Regelmäßige externe Zertifizierungen garantieren die Qualität.

Die Kirchenbücher berichten aus dem Jahre 1789: Hier gab es 8 französische Birnbäume, 10 hochstämmige Apfelbäume und 10 hochstämmige Birnbäume, ein Kirschbaum und 8 Pflaumenbäume. Heute gibt es durch Nachpflanzungen 36 verschiedene Obstbäume. Zur Pflege dieser Kulturform hat sich der Pfarrer einem regionalen Bio – Streuobst Verein und dem örtlichen Imkerverein angeschlossen.

Wir öffnen diesen Pfarrgarten auf jährlichen Veranstaltungen. Normalerweise wird dieser Garten nur für spezielle Kurse (Mähen mit der Handsense, Obstbaumschnitt) geöffnet. Auf dem Streuobsttag am Sonntag, den 26. September 2021 ab 10.30 Uhr besteht Gelegenheit für die Öffentlichkeit, diesen Pfarrgarten bei dem 10. Bio - Steuobsttag kennenzulernen.

Alte Obstsorten entdecken, erhalten und genießen

Am Sonntag, den 26. September wollen wir die Feier des 10. Streuobsttags in Gartow nachholen, die im letzten Jahr leider ausfallen musste. Wir führen den Streuobsttag unter 3G-Bedingungen unter Einhaltung aller Hygieneregeln durch.

Um 10.30 Uhr beginnen wir mit einem Festgottesdienst in der St. Georg Kirche.
Zu dieser Kirche gehört auch der Pfarrgarten aus dem Jahre 1724. In drei Jahren wird er 300 Jahre alt sein. Was war Erntedankfest 1721? Lassen Sie sich mit diesem Gottesdienst überraschen!

Von 11.30 – 17.00 Uhr gibt es Informationen zu alten, regionalen Obstsorten. Fachleute, Vereine und Händler präsentieren ihre vielseitigen Angebote an ihren Marktständen zwischen Kirche, Gemeindehaus und dem Pfarrgarten. Für Verköstigung süß und herzhaft ist gesorgt, u.a. gibt es frisch gepressten Apfelsaft aus dem Pfarrgarten.

Programm

12 Uhr - Simon Maurer (BSc. Arboristik und Landschaftsgärtner): "Eine kritische Betrachtung auf unsere Sicht der Natur und bzgl der Bäume – ein Plädoyer auf gesundende Wald- und Streuobstbestände.“

13 Uhr - Patricia Saif (Dipl. Landschaftsarchitektin): "Möglichkeiten der Standorts-/ Bodenverbesserung auf der Streuobstwiese"

14 Uhr - Ingmar Kruckelmann (Obstgehölzpfleger): "Entwicklung von Schadorganismen und Stressfaktoren auf Streuobstflächen im Bezug auf den Klimawandel"

15 Uhr - Kalle Bauer (Gärtner und Baumschuler): "Agriforst als klimarettende- und Anpassungsmaßnahme für mehr (Obst-) Gehölze und regionale Ernährungsautonomie in der Landwirtschaft"

16 Uhr - Pastor Eckhard Kruse: „Über die Geschichte und Zukunft des Gartower Pfarrgartens von 1724“

Der Blick auf die Obstbäume und auf die Bienen nimmt auch Bilder der christlichen Liturgie auf: Honig ist Sinnbild für die Reinheit des göttlichen Wortes.

Wir feiern in diesem Jahr das Erntedankfest nich mit einem großen Marktgeschehen, sondern mit einem besinnlichen Gottesdienst auf dem Kirchplatz (bei Regen in der St. Georg – Kirche) mit einer meditativen Begehung der Streuobstwiese.

Fortgesetzt wird das Erntedankfest am darauffolgenden Wochenende mit Andachten vor den jeweiligen Dorfkirchen:
Holtorf: Freitag, 1. Oktober um 18.00 Uhr
Schnackenburg: Sonnabend, 2. Oktober um 16.00 Uhr
Kapern: Sonnabend, 2. Oktober um 17.00 Uhr
Restorf: Sonnabend, 2. Oktober um 18.00 Uhr
Vietze: Sonntag, 3. Oktober um 10.00 Uhr
Meetschow: Sonntag, 3. Oktober um 11.00 Uhr

Sie können den Erntedankfest - Gottesdienst aus dem Kirchspiel an Elbe und Seege auch online miterleben.

Biodiversität auf Friedhöfen

Ein neues Projekt besteht darin, unsere sieben kirchlichen Friedhöfe gezielt unter dem Thema Biodiversität zu entwickeln. Neue Bestattungsformen werden von vielen gewünscht. Wir öffnen unsere Friedhöfe für Menschen aus den Städten, die eine Sehnsucht nach einer würdevollen Bestattung haben.

Friedhöfe im Schutz einer Dorfkirche sind Ruhezonen mitten unter den Menschen. Unsere kirchlichen Friedhöfe im Biosphärenreservat bieten neben der Möglichkeit zur Urnenbestattung auch neue Möglichkeiten der pflegefreien Erdbestattung.

Als Alternative zu kommerziellen Bestattungsangeboten geben wir dem Bewährten neue Zukunft.

Anonyme Bestattungen waren in den 90er Jahren modern. Heute entwickelt sich eine neue Bestattungs-Kultur. Oma und Opa sollen nicht einfach irgendwo verschwinden. Wählen Sie einen Dorf – Friedhof. Ihren Enkeln zuliebe.

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