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Kirchen & Kapellen

Porträts unserer Kirchen: Mit Blick auf den Höhbeck, Kriegen und Stürmen getrotzt

Die Restorfer Kirche ist etwa 1300 entstanden und wurde im 30-jährigen Krieg zerstört. Der Wiederaufbau auf den Feldsteinresten unter Verwendung verschiedener Backsteingrößen (sogenannte Klosterformate) erfolgte in mehreren Schritten von 1728-1740.

Die Rechnung betrug damals 891 Taler, 5 gute Groschen und 4,5 Pfennig. 1746 wurde die heutige Sakristei errichtet. Die Bauweise der Restorfer Kirche ist ein Hallenbau, die Inneneinrichtung lockt mit barocken Elementen wie Emporen und dem schönen Kanzelaltar. Die heutige Kirchenform stammt in seiner Gestaltung von der letzten großen Renovierung 1973/74. Unter anderem wurde ein Vorbau abgerissen und der gotische Eingang erneuert. Um den Innenraum auch für Gemeindeveranstaltungen nutzbar zu machen, wurden die Kirchenbänke durch eine flexiblere Bestuhlung ersetzt, Toiletten und eine Teeküche eingebaut. Auffällig ist das Orange als vorherrschender Farbton – dies wohl dem Zeitgeist der 70er Jahre geschuldet.

Für 2018 plant der Kirchenvorstand eine Erneuerung der Innengestaltung.

Seit den 1970er Jahren ist die Restorfer Kirche multifunktional: Gottesdienstraum, Gemeindezentrum und Arbeitskirche.
Gleich rechts, wenn man die Kirche betritt, befindet sich ein hölzerner, grau gestrichener Gegenstand – der aus Eiche gefertigte Opferstock. Leider vermag niemand mehr zu sagen, wann er genau erschaffen wurde. Vermutet wird, dass dies während der umfassenden Renovierung um 1740 geschah.

Von 1644-1744 werden nur drei Prediger genannt, die die damalige, gemeinsame Pfarrstelle für Restorf und Gartow verwalteten. Das in dieser Zeit kein Pfarrer in „Rehstorff“ wohnte, führte, wie es in einer Chronik heißt, „sehr zur Verwilderung der Gemeinde“.

Das Bildnis des zweiten Pfarrers aus dieser Zeit, Magister Lehmanns, ist noch heute an der Südwand der Kirche zu bewundern. Um eine bessere Seelsorge zu gewährleisten erfolgte 1744 unter dem Patronat von Landrat Gottlieb von Bernstorff die Trennung der Pfarren Restorf und Gartow. Als erster Prediger nach der Separation hatte es Christoph Plehn schwer, wie sein Eintrag ins Kirchenbuch zeigt: „Daß ich der erste Prediger gewesen bei einer Gemeinde, in deren Mitte in 100 Jahren kein Pastor gewohnet hatte, solches habe ich im Geistlichen und Leiblichen sauer genug erfahren müssen; Gott weiß es am besten.“

Seit 2009 ist Restorf durch das Kirchspiel an Elbe und Seege wieder mit Gartow vereinigt, auch kein Pastor wohnt hier. Aber wir versichern, dass die Restorfer Gemeinde nicht „verwildert“ – überzeugen sie sich von ihrer Gastfreundschaft und Herzlichkeit, zum Beispiel beim alljährlichen St. Johannis-Fest.

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