Kirchspiel Logo Kirchspiel Logo - Startseite
linie
Unser Kirchspiel

Statistische Auswertung der Wahl des Gesamtkirchenvorstandes 2018

Die Gründung der Ev.-luth. Gesamtkirchengemeinde „Kirchspiel an Elbe und Seege“ hat zu Veränderungen in der Wahl geführt. Bei der Wahl 2012 wurden sieben Vorstände gewählt, die dann Mitglieder in den gemeinsamen Kirchspielvorstand entsandt haben. Bei der Wahl 2018 ist es umgekehrt. Die Mitglieder des Gesamtkirchenvorstandes wurden direkt gewählt. Gleichzeitig wurden damit die Vorsitzenden der sieben Kirchenvorstände gewählt. Die weiteren Mitglieder der Kirchenvorstände werden von den Dorfgemeinden vorgeschlagen und später berufen. Der Grund dafür ist der demographische Wandel.

Dies zeigt sich bereits bei der Zahl der wahlberechtigten Gemeindeglieder. 2012 gab es 1.518 Wahlberechtigte. Jetzt sind es 1.408 Wahlberechtigte. Schon dieser Verlust von 7% der Wahlberechtigten zeigt den demographischen Wandel. Obwohl in unserer Gesamtkirchengemeinde mehr Menschen in die Kirche eintreten, als aus der Kirche auszutreten, ist diese Zahl erheblich zurückgegangen. Im Kirchenkreis Lüchow-Dannenberg ging die Zahl der Wahlberechtigten von 26.366 im Jahr 2012 auf 24.721 Wahlberechtigte 2018 zurück. In der gesamten Landeskirche Hannovers gab es einen Rückgang der Wahlberechtigten um 8 % (von 2.442.909 in 2012 auf 2.244.498 in 2018).

2012 haben 634 Menschen im Kirchspiel von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht. Das ergab eine Wahlbeteiligung von 41,77%. Verglichen mit der Wahlbeteiligung im Kirchenkreis Lüchow-Dannenberg von 26,3% und der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers, in der 18,56 % von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht haben zeigt dies ein hohes Interesse an der Kirchenvorstandswahl. Im Kirchspiel haben 2012 mehr als doppelt so viele Wahlberechtigte ihr Wahlrecht ausgeübt.

41,77 % Wählerinnen und Wähler im Jahre 2012 stehen 32,53 % Wählerinnen und Wähler im Jahr 2018 gegenüber. Im Kirchenkreis Lüchow-Dannenberg ist die Zahl der Wählerinnen und Wähler auf 24,19% zurückgegangen. In der Landeskirche Hannovers auf 15,32%. Wir haben also immer noch doppelt so viele Menschen, die von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht haben, wie im landeskirchlichen Durchschnitt.

Die strukturelle Veränderung von der Arbeitsgemeinschaft auf die Gesamtkirchengemeinde „Kirchspiel an Elbe und Seege“ lässt sich vor allem in der Zahl der Kandidatinnen und Kandidaten ablesen. 2012 haben 21 Frauen und 12 Männer für die Kirchenvorstände kandidiert. Mit diesen 33 Kandidatinnen und Kandidaten wurde damals das Mindestmaß der erforderlichen Zahl der Kandidaten erreicht, denn es waren insgesamt 20 Kirchenvorstandsmitglieder zu wählen. 2018 stellten sich 11 Frauen und 4 Männer zur Wahl. Damit ist auch in diesem Jahr die Mindestzahl an Kandidatinnen und Kandidaten gewonnen worden, denn es sind 9 Mitglieder des Gesamtkirchenvorstandes zu wählen.

Wir erklären uns den Rückgang der Wahlbeteiligung mit der gewollten Verringerung der Zahl der Kandidaten. Jede Kandidatin hat auch eigene Wähler motivieren können.
2012 wurden von den 20 Gewählten 9 zum ersten Mal gewählt, 11 hatten bereits vorher ein Kirchenvorstandsamt inne. Damit war einerseits gewährleistet, dass das Erfahrungswissen weitergegeben wird. Andererseits war dadurch gegeben, dass neue Mitglieder auch neue Ideen einbringen können. Ziel war es damals, die Zusammenarbeit der sieben Gemeinden zu festigen und dafür zu sorgen, dass die Kirche im Dorf bleibt. Beides ist gelungen. Das Gemeindeleben konnte in jeder Gemeinde gefördert werden und mit der Gründung der Gesamtkirchengemeinde wurde die Gemeinschaft im Kirchspiel institutionell gefestigt.

In dem bisherigen Gesamtkirchenvorstand waren sieben Frauen und zwei Männer als Vertreterinnen und Vertreter der sieben Kirchengemeinden. Gewählt wurden auch 2018 sieben Frauen und zwei Männer. Hinzu kommt noch eine Berufung, auch das Pfarramt und das Patronat haben in diesem Gremium einen Sitz. Kirche ist im Vergleich zu früheren Zeiten damit sehr viel weiblicher geworden. Früher waren die Männer in der Mehrzahl. Sie wurden auch „Kirchenälteste“ genannt.

In dem 2018 erstmals gewählten Gremium des Gesamtkirchenvorstandes wurden von den 9 Gewählten 4 zum ersten Mal gewählt, 5 waren bereits seit der Gründung der Gesamtkirchengemeinde Mitglied im Gesamtkirchenvorstand. Es wurde also wieder ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Erfahrungswissen und neuen Mitgliedern erreicht.
Unser ganzes Land befindet sich derzeit im Umbruch. Auch in den großen Parteien wird Innovation und Verlässlichkeit gefordert. Dies gilt in der Kirche der Reformation seit 500 Jahren. Wir brauchen immer wieder neue Impulse und neue Personen in den Gremien. Gleichzeitig gilt es, das Bewährte nicht zu vernachlässigen. Daher sind diese statistisch nüchternen Zahlen ein besonders wichtiger Hinweis darauf, dass wir nicht auf der Stelle treten, sondern uns den Anforderungen, die jede Zeit mit sich bringt, auf der Basis des Evangeliums begegnen können.

2012 lag das Durchschnittsalter der gewählten Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher bei 53 Jahren. Wenn man die strukturelle Veränderung berücksichtigt muss man diese Zahl genauer betrachten. Denn von den damals 20 Gewählten bildeten 10 Mitglieder den Gesamtkirchenvorstand. Davon waren 9 zu wählen und 1 zu berufen. Das Durchschnittsalter des neuen Gesamtkirchenvorstandes lag im Jahr 2012 bei 52 Jahren. Da alle älter geworden sind lag das Durchschnittsalter 2018 bei 58 Jahren. Durch die Wahl am 11. März 2018 liegt das Durchschnittsalter aktuell bei 59 Jahren. Zum Vergleich: Im Kirchenkreis Lüchow-Dannenberg liegt das Durchschnittsalter der Gewählten bei 56,8 Jahren.

Das Durchschnittsalter hat sich also erhöht. Bei solch einer kleinen Bezugsgröße lassen sich daraus noch keine statistischen Erkenntnisse ableiten. Zumal die Berufung des 10. Mitgliedes noch aussteht. Grundsätzlich sind auch nicht immer die Jüngsten zu den größten Veränderungen bereit. Manchmal führt auch Lebenserfahrung dazu, dass man den Wandel ermöglicht. Schon in der Apostelgeschichte und bei dem Propheten Joel heißt es: „Eure Söhne und eure Töchter sollen weissagen, und eure Jünglinge sollen Gesichte sehen, und eure Alten sollen Träume haben.“ (Apg 2,17)

Weisheit der Jugend und Träume dem Alter, das wäre schön für die Arbeit des neuen Gesamtkirchenvorstandes. Am 10. Juni 2018 wird der Gesamtkirchenvorstand in sein Amt eingeführt. Im September wird er eine Klausurtagung in der Leucorea durchführen, der alten Universität in der Lutherstadt Wittenberg. So werden evangelische Tradition und Zukunft für das Kirchspiel an Elbe und Seege miteinander entwickelt.

zurück