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Unser Kirchspiel

Was ist eigentlich ein Kirchspiel?

Kirchspiel - Marathon auf der Elbe

Das „Kirchspiel an Elbe und Seege“

Das „Kirchspiel an Elbe und Seege“ ist ein Teil des früheren Amtes Gartow, bzw. des 1957 aufgelösten Kirchenkreises Gartow. Die eigenständigen Kirchengemeinden Gartow, Holtorf, Kapern, Meetschow, Restorf, Schnackenburg und Vietze haben sich zum 1. Januar 20018 zusammengeschlossen als Ev.-luth. Gesamtkirchengemeinde „Kirchspiel an Elbe und Seege“.

Jede einzelne Kirchengemeinde hat ihre eigene Individualität, die sie in das Kirchspiel einbringt. Gemeinsamkeiten und eigenständige Traditionen werden durch den Vorstand und in einer Reihe von Fachausschüssen aufrechterhalten, und wo es sinnvoll ist zusammengeführt.

Das Kirchspiel liegt im Bereich der Samtgemeinde Gartow auf dem Gebiet der Teilgemeinden Gartow, Gorleben, Höhbeck und Schnackenburg. Es befindet sich innerhalb des Biosphärenreservates. Das bedeutet, dass wir unmittelbar an der Elbe leben – inmitten einer herrlichen Natur, mit einer einmaligen Flora und Fauna. Es gibt in diesem Bereich zwischen Meeres- und Kontinentalklima unglaublich viele, auch höchst selteneTier- und Pflanzenarten, die bereits von der „Roten Liste“ gestrichen sind, weil sie andernorts nicht mehr vorkommen.

Das Seeadler – Projekt und der Biber – Rundweg sind Beispiele dafür, wie dies auch für einen sanften Tourismus genutzt wird.
Der Elbe-Radweg hat sich zu einem beliebten Reiseweg entwickelt. Gern öffnen wir unsere Kirchen für Radfahrer
und sind bei Gottesdiensten, Konzerten und Kinoveranstaltungen gastfreundlich.

Dies alles hat unmittelbar zu tun mit der sehr geringen Einwohnerdichte. Diese setzt sich aus den unterschiedlichsten Milieus zusammen. So haben wir in manchen Gemeinden mehr Rechtsanwälte und Psychologen als Landwirte. Dies ist eine Chance, und zugleich eine äußerst vielschichtige Aufgabe.
Soziale Brennpunkte sind zum Einen durch die demographische Entwicklung gegeben. Der Flecken Gartow verfügt mit Kindergarten, Grundschule, Haupt- und Realschule, Ärzten, Apotheke, Markt und Geschäften, Gastronomie, Campingplatz, Ferienhäusern, Wendlandtherme, Reithalle, Bootsverleih etc. über eine umfangreiche Infrastruktur. Die Außendörfer dagegen sind ohne öffentliche Verkehrsmittel kaum zu erreichen und haben eine sehr geschwächte Infrastruktur.

Der niederländische Schriftsteller Geert Mak hat in seinem Buch „Wie Gott verschwand aus Jorwerd“ eine treffende Analyse gegeben, wie sich die Veränderungen im ländlichen Raum auch auf das Gemeindeleben in den sieben Kirchengemeinden auswirkt. Früher gab es in jeder Gemeinde eigene Schulen, Dorfkneipen, Poststellen und kleine Einzelhandelsläden. Das wurde alles auf den Ort Gartow konzentriert. Die gleiche Entwicklung gab es in den kleinen Kirchengemeinden. Daher ist im Laufe der letzten Jahre die Zahl der Pfarrstellen von ursprünglich 4 Pfarrstellen auf eine einzige Pfarrstelle reduziert worden. In den Pfarrhäuser Restorf, Holtorf und Schnackenburg ist "das Licht ausgegangen". Das hat erhebliche Auswirkungen auf das Lebensgefühl in den Dörfern. Wir entwickeln daraus die Gesamtkirchengemeinde. Das bedeutet: Es gibt keine Fusion der einzelnen Kirchengemeinden. Sie bleiben weiterhin rechtlich selbständige Institutionen mit eigenen Kirchenvorständen.
Jeder der sieben Kirchenvorstände ist zuständig für die eigene Kirche. Das bezieht sich einerseits auf das Gebäude, andererseits auch auf das Gemeindeleben in diesen sieben Kirchen. Wir wollen "die Kirche im Dorf lassen". Auch die sieben kirchlichen Friedhöfe und die Ländereien bleiben in der Verantwortung vor Ort.
Gleichzeitig üben wir den Blick über die Kirchturmgrenzen hinaus. Vieles kann man besser gemeinsam gestalten. Beispiele dafür sind der Konfirmandenunterricht und die Kleine Kantorei. Im Winter laden wir zu gemeinsamen Gottesdiensten ein. Wir nennen es "Winterreise", wenn in sieben Wochen sieben Gottesdienste in sieben Kirchen stattfinden. Jede Gemeinde ist einmal Gastgeberin und sechsmal zu Gast in den Nachbarkirchen. Damit können wir nicht nur Heizkosten sparen, sondern freuen uns im Januar und Februar an jedem Sonntag über vollbesetzte Gotteshäuser. Die Gemeinschaft der Gläubigen wird dadurch über die Kirchturmgrenzen hinaus gefördert.
Auch besondere Veranstaltungen wie Kino-Abende im Winterhalbjahr und Konzerte über das ganze Jahr stehen nicht in Konkurrenz zueinander, sondern werden als wechselseitige Bereicherung erlebt. Da wir über 20 Konzerte im Jahr durchführen können wir jeweils entscheiden, welche Art der Musik in welche Kirche passt. Der Orgel Sommer findet wegen der Hagelstein-Orgel in Gartow statt. Die Schubertiaden werden in Schnackenburg gestaltet. Für Dichterlesungen bietet sich die Alte Kapelle in Vietze besonders an. Neue Wege der evangelischen Kirchenmusik werden in Restorf gestaltet.
Wer sich soziologisch mit solchen Fragen beschäftigt findet wichtige Erkenntnisse in der EKD – Schrift „wandeln und gestalten“.

Dies hat erhebliche Auswirkungen für uns als Kirche im ländlichen Raum, der nicht durch die Nähe zu einer Metropole oder einem Mittelzentrum geprägt ist. In einem Fernsehgottesdienst, den das ZDF am 1. Juli 2018 ausstrahlt, werden die damit verbundenen Fragen und Erkenntnisse auch theologisch bearbeitet.

Ein weiterer Brennpunkt ist durch den Ortsnamen „Gorleben“ gegeben. Pastor Eckhard Kruse, hat viele Jahre als Endlagerbeauftragter die Landeskirche vertreten bei der Entwicklung eines neuen Dialoges in der Endlagerfrage für hochradioaktive, wärme-entwickelnde Abfälle. Diese Fragen wurden von der Endlagerkommission der Bundesregierung aufgenommen, und sind in einer neuen gesetzlichen Regelung berücksichtigt worden, nach der eine neue alternative Standortsuche beginnen soll. Die Antworten sind bisher nicht zufriedenstellend, daher bestimmen diese Fragen auch weiterhin unser Gemeindeleben.

Das Kirchspiel an Elbe und Seege bildet den östlichsten Zipfel der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers. Es ist Teil des Kirchenkreises Lüchow-Dannenberg und gehört damit zu dem Sprengel Lüneburg.

Wir legen Wert auf eine umfassende Vernetzung, und haben uns stets als Teil der Evangelischen Kirche in Deutschland verstanden.

So war Anna Gräfin von Bernstorff viele Jahre Mitglied der Synode der EKD und hat sich dort sehr engagiert im Bereich des Umweltschutzes und bei Fragen der Nachhaltigkeit. Sie hat dort als Mitglied der Kammer für nachhaltige Entwicklung eine Studie mit erarbeitet, die unmittelbar mit dem Engagement in unserem Kirchspiel zusammenhängt.

Der Titel dieser Veröffentlichung ist auch Motto für unser Engagement für die Schöpfung: Umkehr zum Leben.
Wir wollen dies durch unser Kirchspiel an Elbe und Seege exemplarisch Wirklichkeit werden zu lassen.

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