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Unser Kirchspiel

Die Frauengruppen

Hier treffen sich unsere Frauengruppen:

Frauengruppe Gartow im Pfarrhaus Gartow
monatlich nach Absprache. Näheres finden Sie im Gemeindebrief.

Schwangerenfrühstück im Pfarrhaus Gartow
jeden Donnerstag um 9.00 Uhr

Frauenfrühstück im Gemeindehaus Schnackenburg:
jeden ersten Dienstag im Monat um 9.00 Uhr

Frauenkreis in Vietze in der Dorfscheune:
1. Montag im Monat um 14.30 Uhr

Frauenkreis Holtorf im Pfarrhaus Holtorf:
nach Absprache. Näheres finden Sie im Gemeindebrief.

Die Themen werden in jeder Gruppe abgesprochen und gestaltet. Neue Mitglieder sind stets willkommen!
Um einen Eindruck zu vermitteln, wie vielfältig diese Treffen sein können, finden Sie hier einen Bericht von einem besonderen Wochenende.

Pilgern – das ist Beten mit den Füßen

„Herzlich willkommen in der Klosterkirche zu Arendsee! – Sie sind also hierher gelaufen von Gartow aus?!“ So begrüßt uns die freundliche Dame zur Führung und warnt uns noch vor dem allzu kalten Kirchenschiff, obwohl es doch frühlingshaft warm ist und wir noch schwitzen. Früher war es sicher nichts ungewöhnliches hierher zu laufen, aber heute? Wer nimmt sich schon die Zeit?

Wir! – Das sind 12 Frauen der Kirchengemeinde Gartow, die sich darauf vorbereitet haben um ganz bewusst einige Tage zu pilgern.

Fünf Tage wollen wir nur mit uns und dem Himmel und der Erde unterwegs sein. Bekannte Orte als Unbekannte erleben und Fremdes zu Vertrautem werden lassen, das wollten wir! Ist das denn pilgern?

Schon in Arendsee wurden einige von uns durch Blasen an den Füßen geplagt. Die werden später wieder beachtet. Wir treffen zwei unserer Frauen, die nicht mit gehen konnten, aber sie begleiten uns doch. Vieles wird uns hier erzählt und gezeigt, wir wandeln in einer anderen Zeit. So lebten die Frauen also hier im Kloster: zurückgezogen, mit Blick auf den See. Wo hier wohl gekocht wurde? Wo haben sie geruht? Im Kreuzgang entdeckt Frau zu Puttlitz eine Grabplatte, sie gerät ins Erzählen.... Überhaupt wird viel erzählt unterwegs beim Pilgern. Ist das denn Pilgern?

Abends genießen wir den Luxus fürstlich zu speisen, und wir betten uns königlich im Zimmer mit Dusche. Der Wirt ist äußerst besorgt und sympathisch. Ist das vielleicht Pilgern?

Am nächsten Morgen frisch die „Büchs geschultert“, will sagen: den Rucksack gepackt und das Blasenpflaster geklebt, eine Andacht mit Martina und dann nur noch losgehen. Das hört sich nach Pilgern an.

Losgehen, schauen, weitergehen, reden, schweigen, gehen, schweigen, reden, auf dem Weg sein und die Zeit vergessen, den inneren Hebel umlegen, auf Zeitlupe warten, sich zwischendurch verlieren, richtig ärgern, weil die anderen schneller sind und abends im riesigen romanischen Dom zu Seehausen laut singen,..., innehalten,..., beten. Das klingt nach Pilgern.

Nach einer tiefen Nacht und einem tollen Frühstück, das Vesper verstaut, Andacht, Trost spenden, einfach lospilgern . Regen? Na und? Losgehen, unterwegs sein und zwischendurch wiedermal verlieren, aber richtig!Und wieder ärgern, den falschen Weg gelaufen zu sein, aber trotzdem ankommen: in einem klitzekleinen, fast vergessenen, über Jahrhunderte immer mehr zugeschütteten Kirchlein zu Beuster. Hier die Stille spüren und dem eigenen Atem lauschen, die prächtige Türklinke bewundern, Singen mit den Damen des Fördervereins, Verbundenheit spüren. Das ist Pilgern!

Weitergehen, die wunderschöne Elbtalaue genießen und dann ankommen in der Fremde, die fremder nicht sein kann. Ganz nah und doch so weit weg liegt Wittenberge. Wir spüren auf vielen Ebenen wie dicht Lachen und Weinen beieinander liegen und ich weiß es: Das ist Pilgern!

All die Fragen die wir hatten: Schaff ich das? Hab ich genug trainiert? Hab ich die richtigen Schuhe? Welche Socken sind gut? Wieviel Blasenpflaster brauche ich? Wieviel brauch ich überhaupt so? Finden wir den Weg? Wo werden wir ankommen? Wie werden wir schlafen? Werde ich abnehmen? Werden wir miteinander auskommen? Nehme ich mein Gepäck selbst? Wie geht es zu Hause weiter? Wird es ohne mich gehen? Loslassen! Das ist Pilgern!

Ankommen in Bad Wilsnack und wissen, wir haben es geschafft. Abendmahl feiern, zufrieden sein, Erinnerungen hochsteigen lassen und herzhaft lachen. Das muss Pilgern sein!

Verabschieden und völlig „entschleunigt“ abholen lassen und ein paar Tränen zurücklassen... das ist Pilgern, unsere kleine Pilgertour von Gartow nach Bad Wilsnack.

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